Gehaltsverhandlung als Angestellter – Erhöhe Dein Gehalt

Das Gehalt als Angestellter stellt bei den wohl meisten Menschen den mit Abstand größten Posten der Einkommensströme dar. Oftmals ist es der Einzige. Daher ist es sinnvoll, die eigene Gehaltssituation regelmäßig auf den Prüfstand zu stellen. Die wichtigste Frage ist: Bist Du in Deinem Job zufrieden? Worauf kommt es an bei der Gehaltsverhandlung als Angestellter?

Aus einer stabilen Position heraus, ist es leichter, gute Entscheidungen zu treffen oder das Gehalt nach zu verhandeln. Aus dieser stabilen Position heraus suchen wir neue Perspektiven – sowohl beim bisherigen Arbeitgeber als auch bei einem möglichen neuen. Welche Möglichkeiten gibt es?

Erhöhe Dein Gehalt als Angestellter
Erhöhe Dein Gehalt als Angestellter

Inhaltsverzeichnis

Voraussetzungen für eine Gehaltsverhandlung als Angestellter

In den seltensten Fällen kommt ein Arbeitgeber von sich aus auf einen Mitarbeiter zu und honoriert erbrachte Arbeitsleistung mit einer Gehaltserhöhung. Es benötigt drei Dinge, die Du mitbringen musst:

  1. eine gute bis außergewöhnliche Arbeitsleistung (in Vorleistung!)
  2. den Mut, das Gespräch zu suchen
  3. die Fähigkeit, die eigene Leistung und Fähigkeiten zu verkaufen
Ich erlebe immer wieder die Situation, dass Mitarbeiter eine Gehaltserhöhung benötigen, weil sich die Lebenssituation verändert hat. Oft höre ich von Mitarbeitern, dass sie gerne mehr Arbeit leisten möchten. Sie sind bereit, Mehrarbeit und Überstunden zu leisten, wenn es mehr Gehalt gibt. Das ist ein Trugschluss des Mitarbeiters, denn nur umgekehrt wird etwas daraus. Gehe in Vorleistung, überrasche Deinen Chef!
 
Wichtig ist: Gehalt vermehrt sich nicht, weil Du es benötigst, sondern weil die erbrachte Leistung es rechtfertigt. Eine Gehaltserhöhung erhältst Du, weil Du sie verdienst, nicht weil Du sie brauchst. Gute Arbeitsleistung alleine reicht dabei in den wenigsten Fällen. Gehe nicht davon aus, dass die Führungskraft Deine Leistung von alleine bemerkt.
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Mache Deine Hausaufgaben und kenne Deinen Marktwert

Bevor Du in ein Gehaltsgespräch gehst, solltest Du Dich gut vorbereiten: 

  1. Wenn Du die Möglichkeit hast, dann vergleiche Dein Gehalt mit dem der Kollegen in der gleichen oder ähnlichen Position oder tausche Dich mit Freunden und Bekannten aus. Eventuell ist darunter jemand, der erst kürzlich eine Gehaltserhöhung erhalten hat und Dir Tipps geben kann. Zudem kannst Du Vergleichsportale, wie Gehalt.de oder berufliche Netzwerke wie Xing oder LinkedIn nutzen.
  2. Liste auf, welchen Nutzen Du dem Unternehmen bringst, welche besonderen Leistungen Du erbracht hast und auch künftig erbringen wirst. Nach dem Motto “Tue gutes und sprich darüber”.
  3. Welche Stärken hast Du? Warum benötigt Dein Arbeitgeber genau diese Stärken? 

Wenn Du in das Verhandlungsgespräch gehst, ist es zudem wichtig, auch Dein Gegenüber zu kennen! Welche Ziele verfolgt Dein Vorgesetzter? Was für eine Persönlichkeit sitzt Dir gegenüber? Je mehr Du weißt, desto bessere Argumente kannst Du liefern. Durch gute Vorbereitung kannst Du eine Situation schaffen, in der Du auf Augenhöhe bist, ein offenes Ohr für Dein Gegenüber hast und auch die Seite des Arbeitgebers verstehst.

Am Ende schaffst Du damit eine Win-Win-Situation.

Verhandle auch über weitere Faktoren

Gerade in der aktuellen Zeit hat das Home-Office einen ganz anderen Stellenwert erhalten, warum nicht auch über solche Themen verhandeln? Weitere Möglichkeiten sind:

  • Home-Office oder auch mobiles Arbeiten
  • Fort- und Weiterbildungen
  • Firmenfahrzeug
  • Zuschuss zu Fahrtkosten
  • Sachbezug (44 € steuerfrei / Monat)
  • Betreuungskostenzuschuss für Kinder (steuerfrei)
  • … etc.

Gerade solche Themen wie Sachbezüge oder auch Betreuungszuschüsse können steuerfrei ausbezahlt werden. Sie sind auch für den Arbeitgeber sehr interessant, da weder Steuern noch Sozialversicherungskosten anfallen.

Eine kreative Möglichkeit ist es, sich mehr Freiraum für andere Aktivitäten zu schaffen – so werden bspw. gerne Modelle genutzt, wie 10% weniger Arbeitszeit, bei nur 5% weniger Gehalt. Das ist auf die Stunde gerechnet ebenfalls eine Gehaltserhöhung.

Weiterbildung und Jobwechsel

Die Gehaltsverhandlung war nicht erfolgreich? War evtl. die Qualifikation nicht ausreichend für die nächste Stufe der Karriereleiter? Gerade in tarifgebundenen Unternehmen erhältst Du durch einen höheren Bildungsgrad einen höheren Tarif.

Die Investition in Dein Humankapital mit dem Erwerb von Wissen und Fähigkeiten ist langfristig der sinnvollste und sicherste Weg zu mehr Geld. Ich selbst habe nach einer Ausbildung ein berufsbegleitendes Abendstudium über 3,5 Jahre in BWL absolviert und unmittelbar danach finanziell profitiert. Es muss aber nicht gleich ein Studium sein, es kann auch eine Fremdsprache, eine besondere Fähigkeit oder ein IHK-Kurs sein. Eventuell reicht auch schon ein Video-Kurs auf Udemy, der Dich wertvoller für Dein Unternehmen macht.

Ist aber auch damit kein Weiterkommen zu erreichen oder Du bist ohnehin sehr unzufrieden bei deinem Arbeitgeber, dann ist das ein sinnvoller Zeitpunkt, über einen Jobwechsel nachzudenken. 

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Fazit

Wichtig ist, dass Du Leistung erbringst und Deinem Unternehmen einen Nutzen bringst. Für ein erfolgreiches Gehaltsgespräch benötigst Du zusätzlich eine gute Vorbereitung – diese bestimmt zu 80% über den Erfolg.

Zeig Stärke und trau Dich, alleine passiert nichts. Und denke immer daran, dass das Gehalt die Basis dafür ist, ausreichend Geld zum Sparen und Anlegen zur Verfügung zu haben. Wenn Du das alles berücksichtigst, wirst Du Dein Gehalt als Angestellter erhöhen.

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Konnte ich Dir mit diesem Artikel über die Gehaltsverhandlung als Angestellter weiterhelfen? Du hast weitere Tipps oder Fragen? Schreibe mir gerne einen Kommentar.

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3 Gedanken zu „Gehaltsverhandlung als Angestellter – Erhöhe Dein Gehalt“

  1. Hi Mathias,

    das Gehalt ist als Angestelllter tatsächlich der größte Hebel um sein Einkommen mittelfristig zu erhöhen, ich glaube das wird häufig unterschätzt.

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es in Gehaltsverhandlungen durchaus hilfreich sein kann für den Vorgesetzten etwas unbequem zu sein. Alle die den konstruktiven Konflikt gerne vermeiden, werden meiner Meinung immer weniger in Gehaltsverhandlungen rausholen. Das setzt natürlich voraus, dass man sich seiner Position und seines Mehrwertes relativ sicher ist. Aber mit Nachdruck bestimmte Gehaltsanpassungen zu fordern und auch seine Unzufriedenheit über mögliche Angebote deutlich zu machen hat mir immer geholfen.

    LG, Ela

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