Teil 3: Die Put-Optionen

Teil3: Put-Optionen
Put-Optionen

Was sind Put-Optionen? In den vorherigen Artikeln haben wir wesentliche Grundlagen des Optionshandels herausgearbeitet und geklärt, was Optionen und Stillhalter sind. In Teil 3 der Artikelserie behandeln wir die Optionen selbst und erklären die Put-Optionen. Die Put-Option, insbesondere der Cash Secured Put ist ein wesentlicher Bestandteil der Stillhalter.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Put-Option?

Für das Verständnis einer Put-Option ist ein Blick in den Rückspiegel notwendig: Was ist eine Option? Eine Option ist eine Vereinbarung zwischen einem Käufer und einem Verkäufer (Stillhalter), die folgendes regelt:

  • den Basiswert (das Underlying)
  • den Verfallstag der Option (expiring day)
  • den Kaufpreis (strike)
  • die Menge (Beispiel: 1 Option auf Aktien = 100 Stück des Basiswerts)

Aus dieser Vereinbarung ergeben sich für den Käufer und Verkäufer unterschiedliche Rechte und Pflichten. Der Käufer erwirbt das Recht, bei “amerikanischen Ausübungsart” während der Laufzeit die Option zu ziehen. Bei der “europäischen Ausübungsart” kann die Option nur a Verfallstag ausgeübt werden. Der Verkäufer hat die Pflicht gemäß Vereinbarung zu liefern. Bei Put-Optionen handelt es sich um Verkaufsoptionen

Die Put Option aus der Sicht des Käufers

Der Käufer eines Puts (Long Put) erwirbt das Recht, den Basiswert innerhalb der Laufzeit, beziehungsweise zum Verfallstag zum vereinbarten Kaufpreis an den Verkäufer des Puts (Short Put) zu verkaufen. Es ergibt sich für ihn keine Pflicht. Aus der Sicht des Käufers ist das sinnvoll, wenn er von fallenden Kursen ausgeht, um den eigenen Aktienbestand abzusichern. Durch den Kauf des Long Puts sichert er sich einen fixen Verkaufspreis, fällt der Kurs darunter, begrenzt er seinen Verlust. Fällt der Kurs nicht verfällt die Option wertlos. Der Käufer kauft sich vereinfacht ausgedrückt eine Risikoversicherung, die ihm der Stillhalter gewährt.

Long Put Payoff
Gewinn und Verlust des Long Put
Die Put Option aus der Sicht des Verkäufers

Der Grund für den Verkauf eines Puts (Short Put) liegt meist in der Erwartung steigender Kurse oder in einer Seitwärtsbewegung. Der Stillhalter verkauft dem Käufer eine Versicherung und erhält dafür die Stillhalterprämie. Er rechnet nicht mit dem Unterschreiten des vereinbarten Preises und dem Einbuchen der Aktie.

Ein weiterer Grund ist der Wunsch, eine Aktie ins Depot zu legen, diese aber nicht zum gegenwärtigen Kurs zu kaufen. Durch den Verkauf des Short Puts erhält der Verkäufer nicht nur die Prämie, sondern gegebenenfalls auch die Aktie günstiger. In der Regel wählt der Verkäufer einen Strike aus dem Geld (unterhalb des heutigen Kurses).
Short Put Payoff
Gewinn und Verlust des Short Put
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Die zwei Arten der Put Option

Es gibt zwei Arten von Put-Optionen, deren Einsatz maßgeblich mit der Risikotoleranz des Verkäufers zusammenhängt. Der Stillhalter verkauft die Puts gedeckt (Cash Secured Put) oder ungedeckt (Naked Put). In Teil 8 der Artikelserie gehen wir noch ausführlich auf das Thema Risiko- und Geldmanagement ein. In der Praxis werden die beiden Varianten meist gemischt angewendet.

Cash secured Put

Beim Cash secured Put (CSP) hat der Stillhalter die finanziellen Mittel auf dem Brokerkonto. Wird die Option ausgeübt, muss er die 100 Aktien am Verfallstag kaufen und hat dafür Cash zur Verfügung: der Put ist also mit Geld abgesichert. Das Risiko liegt lediglich in der Aktie selbst, wenn sie beispielsweise weit unter den Strike fällt. 

Sind 10.000 $ auf dem Konto, verkaufst Du in diesem Falle beispielsweise:

  • 1 Put mit einem Strike von 100 $ 
  • 5 Puts mit einem Strike von 20 $
  • 1 Put mit 50 $, 1 Put mit 20 $ und 1 Put mit 30 $
Tritt das Worst Case Szenario ein und alle Optionen werden ausgeübt, kann Dir nichts passieren. Du kannst die eingebuchten Aktien aus dem Cashbestand bezahlen.
Naked Put

Bei den Naked Puts handelt es sich um die riskantere Variante der Put-Optionen. In diesem Fall stehen keine ausreichenden finanziellen Mittel zur Verfügung. Der Verkäufer der Option handelt auf Margin. Der Broker hinterlegt für jede Option eine Marginanforderung, die bei circa 25% der eigentlichen Kapitalbindung liegt. Das stellt kein Problem dar, sofern ein Stillhalter es nicht übertreibt. Der gehebelte Handel bietet große Chancen, aber auch große Risiken.

Das Risiko liegt darin, dass Du für jeden Handel eine Sicherheitsleistung hinterlegen musst. Das Problem kann sein, dass Dein Broker die Sicherheitsleistung fortlaufend anhand des Kurses des Basiswerts aktualisiert und der Kurs fällt. 

Extrembeispiel:
10.000 $ befinden sich auf dem Brokerkonto und Du reizt die Margin komplett aus. Nehmen wir eine Sicherheitsleistung von 25% an, verkaufst Du Puts im Gesamtwert von 40.000 $ – die Margin ist zu 100 % ausgereizt. Bei der Ausübung der Option exakt zum gesetzten Strike werden Dir die Aktien eingebucht, die 30.000 $ erhältst Du als Kredit. 

Wenn der Aktienkurs nun weiter fällt, reicht die Sicherheitsleistung für den Kredit nicht mehr aus, es folgt der Margincall. Glaube mir, niemand möchte einen Margincall erleben! Vergleichen kannst Du das mit einer Immobilienhypothek: Fällt der Wert der Immobilie, fordert die finanzierende Bank zusätzliche Sicherheiten.

Fazit

Die Put-Option ist ein geeignetes Instrument, um in steigenden oder neutralen Märkten Zusatzeinnahmen zu generieren. Des Weiteren ist die Put-Option dazu geeignet, eine Wunschaktie mit Rabatt, zu einem günstigeren Kurs zu erwerben. Wichtig ist es, die Regeln und Risiken zu kennen und zu beachten.

Werden uns die Aktien aus einer Option eingebucht, bieten sich zwei Möglichkeiten. Die Aktien bleiben im Depot und Du erhältst Dividenden oder Du verkaufst die Aktien zu einem höheren Kurs mittels Call-Optionen. Wie das funktioniert, erkläre ich in Teil 4 “Call-Optionen”.

Inhalt der Artikelserie

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